Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung und zunehmender Stress gelten als wesentliche Gesundheitsrisiken, deren Folgen sich schon im jungen Erwachsenenalter äußern: mehr als die Hälfte der Auszubildenden im Handwerk berichtet von psychischen und knapp die Hälfte von physischen Beschwerden. Diesen Beschwerden liegen Defizite im Gesundheitsverhalten der jungen Menschen zugrunde. Neben Bewegungsmangel im Sinne einer fehlenden sportlichen Betätigung, sind ein hoher Alkohol-, Tabak sowie Medienkonsum verhältnismäßig häufig (40-56 %) bei Auszubildenden zu verzeichnen. Um dieser Entwicklung zielgerichtet entgegenzuwirken und leistungsstarke Nachwuchskräfte zu fördern, stehen Auszubildende im Handwerk für uns und unsere Partner, die IKK classic und das Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln, im Fokus des Programms "#missionmacher".
Das Programm verbindet den analogen Schulunterricht mit der digitalen Lebenswelt der Azubis. Deswegen ist eine interaktive App (die #missionmacherapp) das zentrale Medium des Präventionsprogramms, in der die Vermittlung von Gesundheitskompetenz spielerisch vermittelt wird und zum Mitmachen animiert. Die #missionmacherapp ist aktiv mit den eigens gestalteten Unterrichtsreihen verknüpft: Challenges und Quizze verlängern die Unterrichtsinhalte in den Alltag der Azubis. Durch das Absolvieren dieser beiden Funktionen sammeln die Azubis gemeinsam als Klasse Punkte, um ins nächste Level zu gelangen.
Kurzclips aus der eigens kreierten Clipserie #missionmacherwg begleiten das Programm mit alltagspraktischen Tipps und Hilfen. Die Bewohnenden der Azubi-WG begegnen in den Clips den Herausforderungen des neuen Lebensabschnitts und verbinden sie (zielgruppenspezifisch aufgearbeitet) mit Inhalten des Präventionsleitfadens.
Neben der #missionmacherapp umfasst das Programm verschiedene Module, die im Lernort Schule greifen, sowohl für die Azubis als auch für die Lehrkräfte. Neben den Unterrichtseinheiten gibt es Inhalte im Workshopformat, die verhaltenspräventive Ansätze thematisieren oder individuell verhältnispräventive Maßnahmen für die Berufsschulen ableiten. Durch den modularen Aufbau kann das Programm individuell und flexibel an die Bedarfe der teilnehmenden Berufsschulen angepasst werden.
#missionmacher bietet ein zielgruppenspezifisches und smartes Lösungskonzept für die bestehenden gesundheitlichen Herausforderungen von Auszubildenden im Handwerk und ihren Lehrkräften - basierend auf dem Dreiklang Bewegung, Ernährung und Regeneration der Formel Froböse. Unser langfristiges Ziel ist es, eine zentrale Lücke innerhalb der Ausbildung zu schließen, indem die Vermittlung ressourcenorientierter Gesundheitskompetenzen in den Lehrplan integriert wird. Unsere wissenschaftliche Expertise und unsere multimediale Umsetzungskompetenz ermöglichen eine zielgruppengerechte Übersetzung dieses Programms auch für Ihre Branche.
Weiterführende Literatur:
Zok, K., & Böttger, J. (2019). Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten von Auszubildenden: Eine bundesweite Repräsentativ-Umfrage unter Auszubildenden in kleineren und mittleren Unternehmen. WIdo monitor(16(2)), S. 1-16. Abruf unter https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Publikationen_Produkte/WIdOmonitor/wido_monitor_2019_2_azubis.pdf
Betz, M., Berschin, G., Josupeit, F. & Preißler, L. (2017a). Bewegungsverhalten und Rückengesundheit bei Tischlern und Modellbauern. In: Harth, V. & Heidrich, J. (Hrsg.), Dokumentation der Vorträge und Poster, Hamburg, 15.-17. März 2017 (S. 426–429). München: Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V
Betz, M., Preißler, L., Koehler, U. (2017b). Medienkonsum und Schlaf bei Jugendlichen. In: Kerzel, S., Paditz, E. (Hrsg.), Brücken bauen – Kinderschlafmedizin verbindet. Aktuelle Kinderschlafmedizin 2017 (S. 146–151). Kleanthes Verlag, Dresden.
Betz, M., Brand, S., Preißler, L. & Schirrmacher, L. (2018). Gesundheitsförderung bei Auszubildenden im Kfz-Handwerk. In M. A. Pfannstiel & H. Mehlich (Hrsg.), BGM – Ein Erfolgsfaktor für Unternehmen (S. 513–530). Springer Fachmedien Wiesbaden.